Amazon FBA Prep China

Amazon-Prep in China: Kennzeichnung ab Werk statt Umlabeln in Europa

Jede Verkaufseinheit für FBA braucht einen Barcode, oft einen Polybeutel mit Warnhinweis, gesetzlich vorgeschriebene Herstellerangaben und einen Karton, der die Vorgaben des Marktplatzes einhält. All das lässt sich im Werk erledigen, solange die Ware noch offen auf dem Band liegt — oder später in Europa, Stück für Stück, von Hand. Der Unterschied ist keine Frage der Qualität, sondern der Marge.

Woran FBA-Sendungen aus China scheitern

Die Ursachen wiederholen sich, und fast alle entstehen vor der Produktion — nicht beim Transport.

Barcodes erst in Europa

Wird die Verkaufseinheit nicht im Werk etikettiert, muss jedes Stück später einzeln in die Hand genommen werden. Bei fünfstelligen Stückzahlen ist das die größte einzelne Nebenkostenposition einer FBA-Sendung.

Pflichtangaben fehlen auf der Verpackung

Herstellerangaben nach Artikel 9 GPSR, Angaben des Einführers nach Artikel 11 und deutschsprachige Warnhinweise gehören auf Produkt oder Verpackung. Nachträglich aufgeklebte Etiketten verdecken regelmäßig genau die Angaben, die sichtbar bleiben müssen.

Verkaufseinheit nicht definiert

Ob ein Set als eine Einheit oder als mehrere Artikel gilt, entscheidet über Barcode, Verpackung und Kennzeichnung. Wird das erst nach der Produktion geklärt, muss umgepackt werden.

Karton passt nicht zu den Vorgaben

Kartonmaße, Gewicht und Kennzeichnung folgen den Richtlinien des Marktplatzes. Sie gehören in die Bestellung — denn Kartons werden zu Beginn der Produktion beschafft, nicht am Ende.

Etikettenentwürfe ohne Freigabe

Ein Etikett, das erst beim Druck der Serie zum ersten Mal gesehen wird, enthält erfahrungsgemäß Fehler in Adressen, Warnhinweisen oder Barcodes — und dann gleich zehntausendfach.

Prep verlängert die Laufzeit

Ein nachgelagertes Prep-Center fügt einen Umschlag mit Ein- und Auslagerung hinzu. Bei saisonaler Ware ist das oft die Woche, die am Ende fehlt.

Was wir konkret tun

Pflichtangaben festlegen, bevor gedruckt wird

Wir klären Ihre Rolle nach der GPSR und legen fest, welche Angaben auf Produkt, Verpackung und Begleitunterlage müssen: Herstellerdaten, Einführerdaten, Identifizierungselement und deutschsprachige Warnhinweise.

Eigenmarken-Kennzeichnung richtig aufsetzen

Bei Private Label gelten Sie als Hersteller. Wir sorgen dafür, dass Ihre Angaben und nicht die der Fabrik am Produkt stehen — und dass das Identifizierungselement nach Artikel 9 Absatz 5 vorhanden ist.

Etiketten und Verpackung vor der Verschiffung prüfen

Kennzeichnung wird Teil des Prüfumfangs: Barcode lesbar und korrekt zugeordnet, Warnhinweise vorhanden und in der richtigen Sprache, Kartonkennzeichnung vollständig.

Kennzeichnungsfehler als kritisch einstufen

Fehlende oder falsche Pflichtangaben betreffen die Verkehrsfähigkeit. Wir nehmen sie ausdrücklich als kritische Fehler in den Fehlerkatalog auf, damit ein Fund die Verschiffung stoppt.

Kartonspezifikation in die Bestellung bringen

Kartonmaße, Gewichtsgrenzen und Kennzeichnung werden Bestandteil der Bestellung, nicht einer späteren E-Mail — denn Kartons werden zu Beginn der Produktion beschafft.

Konsolidieren, wo mehrere Lieferanten zusammenkommen

Kommt Ware aus mehreren Werken, führen wir sie zusammen, prüfen die Kennzeichnung und stellen versandfertige Einheiten für den Weitertransport zusammen.

So läuft die Vorbereitung ab

01

Rollenklärung nach der GPSR: Sind Sie Einführer, Händler oder nach Artikel 13 Hersteller? Daraus ergibt sich, welche Angaben verpflichtend sind.

02

Kennzeichnungskonzept: Wir legen fest, was auf Produkt, Verkaufseinheit, Umkarton und Versandkarton steht — getrennt nach gesetzlicher Pflicht und Marktplatzrichtlinie.

03

Etikettenentwurf und Freigabe: Sie geben Layouts frei, bevor die Serie gedruckt wird. Barcodes werden vor der Freigabe testweise gescannt.

04

Aufnahme in die Bestellung: Kennzeichnung, Verpackung und Kartonspezifikation werden benannte Anlage zur Bestellung, nicht E-Mail-Anhang.

05

Anweisung im Werk in der Sprache, die in der Fertigung gelesen wird — mit Musterexemplar der fertig gekennzeichneten Verkaufseinheit.

06

Prüfung vor der Verschiffung: Kennzeichnung ist Teil des Prüfumfangs, Kennzeichnungsfehler sind kritische Fehler.

07

Freigabe der Verschiffung erst nach bestandener Prüfung — mit dokumentierter Fotolage der gekennzeichneten Einheiten und Kartons.

Häufige Fragen zum FBA-Prep in China

Warum nennen Sie keine konkreten Kartonmaße und Gewichtsgrenzen?

Weil das Marktplatzrichtlinien sind und kein Recht. Sie ändern sich ohne Ankündigung, unterscheiden sich je Marktplatz und Kategorie, und die maßgeblichen Seiten sind nur nach Anmeldung im eigenen Konto erreichbar. Wir arbeiten mit den Werten, die zum Zeitpunkt Ihrer Bestellung in Ihrem Konto stehen — Zahlen aus Blogbeiträgen wären ein Risiko, kein Service.

Lohnt sich Prep im Werk auch bei kleinen Mengen?

Meist ja, weil der Aufwand pro Stück im Werk gegen null geht, solange die Ware ohnehin verpackt wird. Bei sehr kleinen Erstserien kann ein nachgelagertes Prep sinnvoll sein, wenn die Kennzeichnung noch nicht final ist — dann ist die Flexibilität mehr wert als die Ersparnis.

Was ist der Unterschied zwischen dem Barcode für das Listing und dem auf der Verkaufseinheit?

Der Barcode am Listing identifiziert den Artikel im Katalog; der Barcode auf der Verkaufseinheit identifiziert das physische Stück im Lager des Marktplatzes. Welcher Code auf die Einheit gehört, hängt davon ab, wie Sie den Bestand führen — das legen wir vor der Produktion fest.

Übernehmen Sie auch die Anmeldung bei Amazon?

Nein. Wir arbeiten auf der Beschaffungsseite: Spezifikation, Anweisung im Werk, Kontrolle und Versand. Konto, Listings und Sendungserstellung bleiben bei Ihnen — dort liegen auch die jeweils gültigen Vorgaben, an denen wir uns ausrichten.

Können Sie garantieren, dass die Sendung angenommen wird?

Nein, und niemand kann das seriös zusagen. Wir sorgen dafür, dass die Ware der vereinbarten Spezifikation und den zum Zeitpunkt der Bestellung geltenden Vorgaben entspricht, und dokumentieren das. Entscheidungen des Marktplatzes liegen außerhalb unseres Einflussbereichs. China Send ist keine Zertifizierungsstelle, stellt keine Zertifikate aus und erbringt keine Rechtsberatung.

Was passiert, wenn die Kennzeichnung bei der Prüfung durchfällt?

Kennzeichnungsfehler werden im Fehlerkatalog als kritische Fehler geführt, ein Fund stoppt also die Freigabe. Anschließend gilt, was in der Bestellung zur Rechtsfolge vereinbart wurde: Nacharbeit im Werk, Nachprüfung und die Frage, wer sie bezahlt. Das regeln wir vorab, nicht im Streitfall.

Kennzeichnung klären, bevor die Serie läuft

Schicken Sie uns Produkt, Zielmarktplatz und geplante Menge. Wir sagen Ihnen, welche Angaben verpflichtend sind, welche der Marktplatz fordert und was davon im Werk erledigt werden kann — und was ein nachträgliches Umlabeln kosten würde.