China-Lieferkette und Zwangsarbeitsverordnung: welche Daten Sie aufbauen sollten
Die ab dem 14. Dezember 2027 anwendbare Verordnung ist länderneutral formuliert und richtet sich nicht gegen ein bestimmtes Herkunftsland. Sie verlangt kein bestimmtes Verfahren, kann aber dazu führen, dass eine Behörde Informationen anfordert. Wer dann nur den Handelspartner benennen kann, steht schlecht da. Diese Seite beschreibt, welche Angaben sich in einer China-Lieferkette realistisch erheben lassen — und markiert, was gesetzlich verlangt ist und was Vorbereitung ist.
9 Min. Lesezeit · Für Einkauf und Lieferantenmanagement · Stand: 26.08.2026
Die drei Angaben, ohne die alles andere nichts nützt
Produktionsstandort, Unterbeauftragung und Materialherkunft bilden die Grundlage. Sie entscheiden darüber, ob sich eine Risikoinformation überhaupt auf Ihre Ware beziehen lässt und ob eine spätere Prüfung am richtigen Ort ansetzt.
In der Praxis ist die erste dieser Angaben die schwierigste. Handelsgesellschaft und Werk sind häufig nicht identisch, und wer nur die Rechnungsadresse kennt, kennt den Produktionsstandort nicht.
Datenkatalog nach Ebenen
Die folgende Aufstellung trennt nach Erhebungsebene. Der Aufwand steigt nach unten deutlich; die ersten beiden Ebenen sind in nahezu jeder Beschaffung machbar.
| Ebene | Angaben | Aufwand | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Lieferant und Standort | Rechtsträger, Firmierung, Werksadresse, Unternehmensstruktur, Ansprechpartner | gering | Vorbereitung, in jeder Beschaffung sinnvoll |
| Fertigungskette | Unterbeauftragung, ausgelagerte Arbeitsschritte, beteiligte Werke | mittel | Vorbereitung |
| Material | Materialherkunft mindestens eine Stufe vor dem Werk, Rohstoffkategorie | mittel bis hoch | Vorbereitung |
| Beschäftigung | Anwerbepraxis, Vermittlungsagenturen, Arbeitszeiten, Entlohnung, Beschwerdemechanismus | hoch | Vorbereitung, meist über Fragebogen oder Audit |
| Nachweise | Lieferantenerklärungen, Prüfberichte, Abhilfemassnahmen | hoch | Nachweismittel im Untersuchungsfall |
Ihre Informationslage einschätzen
Das folgende Werkzeug bewertet ausschliesslich Ihre eigene Datenlage. Es sagt nichts darüber aus, ob bei einem Lieferanten Zwangsarbeit vorliegt, und kann das auch nicht.
Ihre Informationslage
- Beantworten Sie die fünf Fragen, um Ihre Informationslücken zu sehen.
Was im Vertrag stehen sollte
Datenanforderungen ohne vertragliche Grundlage verlieren nach dem zweiten Lieferantenwechsel ihre Wirkung. Sinnvoll sind Regelungen, die den Informationsfluss sichern, ohne unerfüllbare Zusicherungen zu verlangen.
- Pflicht zur Angabe des tatsächlichen Produktionsstandorts und zur Mitteilung bei Verlagerung.
- Offenlegung von Unterbeauftragung und Zustimmungsvorbehalt bei neuen Unterlieferanten.
- Auskunftspflicht zur Materialherkunft mindestens eine Stufe vor dem Werk.
- Mitwirkungspflicht bei behördlichen Anfragen, mit Frist.
- Recht auf Werksbesuch oder Prüfung durch beauftragte Dritte.
- Regelung zu Abhilfemassnahmen, falls Missstände festgestellt werden.
Häufige Fragen zur China-Lieferkette
Wie finde ich den tatsächlichen Produktionsstandort heraus?
Über die Unternehmensregistrierung des Lieferanten, die Produktionserlaubnis, Angaben auf Prüfberichten und Versandpapieren sowie im Zweifel durch eine Werksverifizierung vor Ort. Rechnungsadresse und Produktionsstandort stimmen häufig nicht überein.
Was mache ich, wenn der Lieferant Unterlieferanten nicht nennen will?
Das ist zunächst eine Informationslücke, kein Vorwurf. Häufig hilft, den Zweck zu erklären und die Abfrage auf die Arbeitsschritte zu beziehen statt auf Namen. Bleibt die Auskunft aus, ist das eine Beschaffungsentscheidung — und ein Punkt, der vertraglich geregelt gehört.
Muss ich die Lieferkette bis zum Rohstoff zurückverfolgen?
Eine solche Pflicht ergibt sich aus der Verordnung nicht. Wie weit die Rückverfolgung sinnvoll ist, hängt von Warengruppe und Risikolage ab; die Risikodatenbank der Kommission ist dafür der geeignete Ausgangspunkt.
Kann China Send bestätigen, dass eine Lieferkette sauber ist?
Nein. Wir können Informationslücken schliessen — Standort, Rechtsträger, Struktur, Unterlieferanten, Dokumente. Eine Bestätigung, dass eine Lieferkette frei von Zwangsarbeit ist, kann darauf niemand stützen, und wir stellen sie nicht aus.
Passende Themen
Offizielle Quellen
Für Risikoinformationen ist die Datenbank der Kommission maßgeblich.
Produktionsstandort und Struktur verifizieren
Wir ermitteln Rechtsträger, Werksadresse und Unternehmensstruktur, dokumentieren Unterlieferanten soweit erhebbar und legen die Angaben strukturiert ab — als Grundlage, um im Bedarfsfall auskunftsfähig zu sein.