PID-Daten vom chinesischen Lieferanten anfordern: was, wie und wann
Ein Teil der ab November 2026 verlangten Angaben entsteht ausschließlich im Werk. Wer sie erst kurz vor dem Stichtag anfragt, konkurriert mit dem Weihnachtsgeschäft um Aufmerksamkeit. Diese Seite zeigt, welche Felder Sie brauchen, wie die Anfrage aussehen muss, damit sie beantwortet wird, und wie Sie die Angaben dauerhaft stabil halten.
8 Min. Lesezeit · Für Einkauf und Stammdatenpflege · Stand: 24.08.2026
Welche Angaben nur der Lieferant liefern kann
Von den drei Produktkennungen vergeben Sie nur eine selbst. Die nicht standardisierte Hersteller-Produktkennung und — sofern vorhanden — die standardisierte werden laut Leitfaden der GD TAXUD vom Hersteller, Erzeuger oder Produktlieferanten zugewiesen. Diese Akteure haben zugleich die Aufgabe, die Kennungen entlang der Lieferkette weiterzugeben, damit sie den Anmelder erreichen.
Für Sie heißt das: Die Angabe lässt sich nicht ersatzweise selbst erzeugen. Sie ist zu beschaffen — und zwar dauerhaft, nicht einmalig.
- Dauerhafte Modell- oder Artikelreferenz des Werks, je Produktvariante getrennt.
- Schriftliche Zusage, dass diese Referenz über Chargen und Produktionsläufe hinweg unverändert bleibt.
- Name und vollständige Anschrift des Herstellers.
- GTIN/EAN oder ISBN, sofern für den Artikel vergeben — andernfalls eine schriftliche Bestätigung, dass keine standardisierte Kennung existiert.
- Produktname, technische Beschreibung, Material und Variante.
- Ursprungsland und der vom Werk vorgeschlagene HS-Code als Ausgangspunkt für Ihre eigene Einreihung.
Warum Anfragen unbeantwortet bleiben
Erfahrungsgemäß scheitern solche Anfragen selten an Unwillen, sondern an drei praktischen Hürden. Erstens ist der Ansprechpartner im Vertrieb, nicht in der Technik — er kann die Frage nicht beantworten und leitet sie nicht weiter. Zweitens ist die Anfrage als Rechtstext formuliert, der übersetzt werden müsste, bevor jemand versteht, welches Feld gemeint ist. Drittens fehlt eine Beispielzeile, sodass unklar bleibt, in welchem Format geantwortet werden soll.
Die Gegenmittel sind unspektakulär: konkrete Feldliste statt Paragrafen, zweisprachig, mit ausgefüllter Beispielzeile und einer Frist, die zu einem ohnehin anstehenden Termin passt — etwa der Musterfreigabe.
Mustertext für die Anfrage
Der folgende Text ist bewusst kurz gehalten und kann direkt an den Lieferanten gesendet werden. Er nennt die Felder, verlangt eine Bestätigung der Beständigkeit und deckt den Fall ab, dass keine standardisierte Kennung existiert.
Subject: Product identifier data required for EU customs from 1 November 2026 Dear supplier, From 1 November 2026 EU customs requires product identifiers for goods sold in distance sales and imported into the EU. To keep our shipments clearing without delay, please provide the following for every article you supply to us: 1. Manufacturer product identifier (permanent model or article number assigned by your factory) 2. Written confirmation that this identifier stays unchanged across production batches 3. Manufacturer name and full address 4. GTIN / EAN / ISBN, if a standardised identifier exists for the article 5. If no standardised identifier exists: written confirmation of that fact 6. Product name, technical description, material and variant 7. Country of origin and your proposed HS code Please reply with a spreadsheet, one row per article variant — colour, size and packaging counted as separate variants. Example row: ARTICLE-001-BLK-M | MODEL-XY-2026 | permanent: yes | Shenzhen XY Co., Ltd., ... | no GTIN | cotton t-shirt, black, size M | CN | 6109 10 Thank you.
Für die Abstimmung mit der Fertigung hilft eine chinesische Kurzfassung: 请为每个货号提供"制造商产品标识"(工厂固定型号或物料号),并书面确认该标识在不同批次之间保持不变。如该产品已有 GTIN/EAN/ISBN,请一并提供;若没有,请书面说明"该产品无标准化标识"。请按每个规格(颜色、尺寸、包装)单独一行填写表格。
Für die Sammlung der Daten können Sie unsere Vorlage verwenden: PID-Produktdaten-Vorlage 2026 (CSV). Die Spalte „Category“ trennt Händler-, Hersteller- und Zolldaten; die Spalte „Required by PID rule?“ macht kenntlich, welche Felder auf die Produktkennungen einzahlen und welche rein operative Arbeitsfelder sind.
Die Anforderung dauerhaft verankern
Eine einmalige Abfrage veraltet mit dem ersten Sortimentswechsel. Sinnvoll ist, die Datenlieferung an Punkte zu koppeln, die ohnehin stattfinden — dann entsteht kein separater Prozess, der vergessen werden kann.
- In der Anfrage: Die Felder gehören in die RFQ, damit sie vor der Preisverhandlung auf dem Tisch liegen.
- Im Musterprozess: Die Freigabe des Musters wird an die vollständige Datenlieferung geknüpft.
- Im Rahmenvertrag: Beständigkeit der Kennung und Meldepflicht bei Änderungen werden schriftlich vereinbart.
- Bei Änderungen: Werks- oder Materialwechsel lösen eine erneute Bestätigung aus — sonst wandert eine veraltete Kennung in die Anmeldung.
Häufige Fragen zur Datenanforderung beim Lieferanten
Muss mein chinesischer Lieferant eine Produktkennung erstellen?
Die Zuweisung der Hersteller-Produktkennung liegt laut Leitfaden beim Hersteller, Erzeuger oder Produktlieferanten. In der Praxis existiert im Werk meist bereits eine Modellnummer — sie ist anzufordern und ihre Beständigkeit zu bestätigen.
Was, wenn der Lieferant ein Handelsunternehmen ist?
Dann sollte geklärt werden, von welchem Werk die Ware stammt und welche Referenz dort vergeben wurde. Eine vom Zwischenhändler selbst erzeugte Nummer identifiziert nicht zwingend den Hersteller.
Reicht die Artikelnummer aus dem Angebot?
Nur wenn sie dauerhaft demselben Produkt zugeordnet bleibt. Angebotsnummern wechseln oft je Anfrage; dann fehlt die verlangte Beständigkeit.
Welche Daten muss mein Zollagent erhalten?
Das hängt vom Verfahren und den beteiligten Systemen ab. Klären Sie mit ihm, über welches Feld und in welchem Format Händler- und Hersteller-Kennungen übergeben werden — und ob er C127, C128, C129 und Y081 verarbeiten kann.
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Offizielle Quellen
Maßgeblich ist der Wortlaut im Amtsblatt; die Leitfäden der Kommission sind erläuternd und nicht rechtsverbindlich.
Lieferantendaten beschaffen lassen
Wir sprechen die Werke auf Chinesisch an, fassen nach, prüfen die Rückmeldungen auf Vollständigkeit und liefern die Angaben strukturiert zurück — als Anhang der Lieferpapiere, nicht als loses Mailfragment.