Welche Daten in den digitalen Produktpass gehören
Eine verbindliche Feldliste gibt es nicht — sie entsteht erst im delegierten Rechtsakt der jeweiligen Produktgruppe. Aus den Vorstudien und den bereits geltenden Passregeln für Batterien lässt sich aber ablesen, welche Datenkategorien durchgängig auftauchen. Diese Seite ordnet sie und benennt für jede, wer sie realistisch liefern kann.
8 Min. Lesezeit · Für Produktmanagement und Einkauf · Stand: 24.08.2026
Warum es die eine Feldliste noch nicht gibt
Die ESPR benennt in ihrem Rahmen, welche Arten von Informationsanforderungen ein delegierter Rechtsakt festlegen kann. Welche davon für ein konkretes Produkt gelten, entscheidet dieser Rechtsakt — und für die priorisierten Produktgruppen ist bislang keiner erlassen.
Wer heute eine Liste mit „den 40 Pflichtfeldern des DPP" liest, liest also entweder eine Zusammenstellung aus Vorstudien oder eine Übertragung der Batterieregeln auf andere Produkte. Beides kann als Arbeitsgrundlage taugen, ist aber kein Rechtsstand.
Die Datenkategorien und ihre Herkunft
Die folgende Einteilung folgt der Frage, wer die Angabe erzeugt. Das ist die einzige Sortierung, die für die Beschaffung nützlich ist — denn sie sagt, an wen die Anfrage gehen muss.
| Kategorie | Typische Inhalte | Erzeugt von |
|---|---|---|
| Identität | Hersteller, Anschrift, Modell- und Chargenreferenz | Werk |
| Produktbeschreibung | Bezeichnung, Variante, technische Kennwerte | Werk und Ihr Produktmanagement |
| Material und Stoffe | Zusammensetzung je Komponente, beschränkte Stoffe | Werk und Vorlieferanten, Prüfwerte aus Laboren |
| Zirkularität | Rezyklatanteil, Reparierbarkeit, Demontage, Ersatzteile | Vorlieferanten, Konstruktion, teils Ihre eigene Strategie |
| Umweltkennwerte | Angaben zum Fußabdruck, soweit der Rechtsakt sie vorsieht | Berechnung auf Basis von Lieferantendaten |
| Konformität | Verweise auf Erklärungen, Prüfberichte, Zertifikate | Ihr Unternehmen als Inverkehrbringer |
| Kennungen und Verwaltung | Produktkennung, Betreiberkennung, Registrierungskennung | Ihr System und das EU-Register |
Was sich aus dem Batteriepass ablesen lässt
Der Batteriepass ist der einzige Produktpass im EU-Recht, für den die Anforderungen bereits feststehen. Er zeigt die Struktur, die auch andere Pässe voraussichtlich haben werden: eine öffentlich zugängliche Ebene und Ebenen, die nur bestimmten Stellen offenstehen.
Diese Abstufung ist für die Praxis wichtiger, als sie zunächst klingt. Sie entscheidet darüber, welche Angaben ein Wettbewerber sehen kann und welche nur Marktüberwachung oder Recycler erhalten — und damit auch darüber, wie bereitwillig ein Lieferant Daten herausgibt.
Häufige Fragen zu den DPP-Daten
Gibt es eine offizielle Liste der Pflichtfelder?
Für die priorisierten Produktgruppen noch nicht, weil kein delegierter Rechtsakt erlassen ist. Für Batterien ergeben sich die Anforderungen aus der Batterieverordnung.
Müssen alle Produkte dieselben Daten enthalten?
Nein. Die Anforderungen werden produktgruppenspezifisch festgelegt und können sich deutlich unterscheiden.
Sind alle Passdaten öffentlich einsehbar?
Nach dem Modell des Batteriepasses gibt es öffentliche und zugangsbeschränkte Ebenen. Wie das je Produktgruppe ausgestaltet wird, regelt der jeweilige Rechtsakt.
Welche Daten sollte ich unabhängig davon schon führen?
Identität, Modellreferenz, Materialzusammensetzung und Herkunft. Diese Angaben brauchen Sie ohnehin für Konformitätsnachweise und Zollangaben, und sie sind nach Serienstart am schwersten nachzubeschaffen.
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Offizielle Quellen
Die Vorstudien der Forschungsstelle zeigen den fachlichen Diskussionsstand je Produktgruppe; verbindlich wird er erst mit dem Rechtsakt.
Datenkategorien im Werk abfragen
Wir holen Identität, Materialaufbau, Herkunft und Nachweise strukturiert beim Lieferanten ein — als Grundlage, die unabhängig vom späteren Rechtsakt trägt.